Mein Jahresrückblick 2021:  Das Leben ist ein Geschenk. Und was für eins!

Dieses Jahr hat es in sich gehabt! Würde ich die Top 3 der intensivsten Jahre meines Lebens benennen, 2021 wäre ein heißer Anwärter dafür. Ein ganz heißer sogar. Es ist so viel passiert: Abschiede. Einschnitte. Begegnungen. Entscheidungen. Neubeginn. Oh ja, so viel! Und gerade deshalb tut es mir so gut, durch das Schreiben des Jahresrückblicks 2021 noch einmal einzutauchen und innezuhalten, um diese Fülle bewusst Revue passieren zu lassen.

Im Nachgang betrachtet hat mich diese Fülle unglaublich wachsen lassen. Das Leben als ultimative Masterclass der Persönlichkeitsentwicklung sozusagen. Nicht selten musste ich mich dafür ganz schön weit rauswagen aus meiner Komfortzone. Aber mit jedem dieser Schritte bin ich weiter vorgedrungen und durfte erkennen: Wow, das ist ja der absolute Wahnsinn, diese spannende und aufregende „Abenteuerzone“ namens Leben!

Dabei hatte ich mir Anfang des Jahres gar kein Ziel dieser Art gesetzt. Ich glaube vielmehr, es hat mich gefunden. Oder noch genauer: Ich glaube, ich habe mich dafür geöffnet, dass es mich finden konnte. Und so durfte ich 2021 mit jeder Faser meines Körpers, meiner Seele, meines Herzens spüren, fühlen, atmen: 

DAS LEBEN IST EIN GESCHENK!

„Krasses Ding dieses 2021“, würde mein Mann vermutlich schmunzelnd dazu sagen. Wie recht er hat! Kaum zu glauben, was alles drinstecken kann in 365 Tagen.


 


1. Was habe ich mir für 2021 vorgenommen und wie ist es gelaufen?

  •  Regelmäßig in meinen Kalender „Ein guter Plan“ zu schreiben: Ähm, ich sag es mal so- hätte ich das mal besser getan! Dann könnte ich für den Rückblick hier aus dem Vollen schöpfen und bräuchte nur nachschauen. Wie genial wäre das denn? Aber immerhin habe ich unregelmäßig geschrieben und das die letzten Tage nochmal zu lesen war total schön! Also sehe ich es sportlich und praktisch: Et voilà- für 2022 lerne ich daraus und nehme es mir direkt wieder vor.
  • Zeit mit Freundinnen zu verbringen: Yes! Den Fokus hierauf ganz bewusst zu legen, hat mir 4 Wochenendtrips mit 4 lieben, wunderbaren Freundinnen gebracht. Jackpot würde ich sagen!
  • Mich selbstständig zu machen: Seit dem 1. März bin ich nicht mehr angestellt. Was ein freaky, scary, mega geiler Mutsprung. Von „Oh Göttin, was habe ich nur getan?!?“ zu „Oh YES, ich habe es getan!“.
  • Saxophon oder Trompete spielen ausprobieren:  Nö, dieser Traum ist in die nächste Runde Dornröschenschlaf geschickt worden. Ich glaube, der darf noch ein wenig schlummern… Was ich stattdessen gemacht habe? Getanzt! Also nicht in „schön“ oder mit Choreografie, sondern eher so in der Schüttel-Wackel-Rumspack-Variante in unserer Küche. Oh ja!!! Und ganz ehrlich- davon will ich 2022 mehr. Denn was es mir geschenkt hat: Eine dicke fette Extraportion Lachen und Lebensfreude!
  • Geduld lernen: Joooaaaahhh. Ausbaufähig würde ich sagen. Aber I’m on my way.
  • Mein Wort für 2021 lautet: Verbundenheit. Und davon durfte ich dieses Jahr ganz viel erfahren, was für mich das größte Geschenk ist. Verbundenheit mit anderen Menschen, Verbundenheit mit mir & meinen Träumen sowie Verbundenheit mit der Natur. Aber echt jetzt: Was für ein Geschenk!


 

2. Mein Jahresrückblick 2021

2.1. Geheimcode „Goldene Schleife“. Mein schwierigster, schönster Geburtstag

Eins gleich vorweg: Ich liebe Überraschungen! Und die schönste Überraschung ist meinem wunderbaren Mann und meiner lieben Freundin Anna an meinem Geburtstag gelungen. Ein Tag, der dieses Jahr sehr, sehr schwierig für mich gewesen ist. Denn es war der erste Geburtstag nach dem Tod meiner Mama.

Ein Tag, der mir im Vorfeld Angst gemacht und mich sehr unsicher hat fühlen lassen.

Ich hatte Angst davor, wie es sein würde ohne sie. Ich wollte den Tag feiern, an dem sie mir das Leben geschenkt hatte, und gleichzeitig war mir überhaupt nicht nach feiern. Ja, nein oder doch…? Ich fühlte mich unsicher. Ich sprach mit meinem Mann darüber und er hörte mir liebevoll zu, was mir total gut tat. Eine erste Idee entstand: Wir würden an dem Tag zum Starnberger See fahren und uns dort ein SUP bei einer Wassersportschule aussuchen, damit wir sobald es wärmer würde richtig loslegen könnten. Das gefiel mir- ich liebe Vorfreude und die Aussicht auf das Bitzeln, wenn das Wetter stabiler wird und wir dann mit dem Board rauskönnten, diese Aussicht fand ich großartig.

Parallel schmiedete mein Mann im Hintergrund jedoch noch einen weiteren Plan. Heimlich und ohne das ich nur im geringsten Wind davon bekam.

Seine Idee: Einen besonderen Überraschungsbesuch organisieren. Seine Komplizin: Meine Freundin Anna.

Passenderweise hatte ich an einem Samstag Geburtstag. Nach dem Frühstück setzen wir uns mit den Kids ins Auto und fuhren los. Ich ging natürlich davon aus, dass wir Richtung Starnberger See unterwegs seien. Dass wir dafür durch München fuhren, fiel mir nicht weiter auf, denn ich war vertieft in Geburtstagstelefonate. Als ich gerade mit meinem Vater sprach, sagte mein Mann plötzlich:

„Hey du musst auflegen, du musst hier aussteigen!“ Ich schaute ihn total perplex an und wollte schon zu einem „Ey, ich telefoniere doch gerade“ ansetzen. Aber irgendwas in seiner Stimme ließ mich ahnen, dass es wichtig sein könnte.

Paradoxerweise tauchte folgender Gedanke bei mir auf: „Vielleicht soll ich da vorne beim Bäcker noch was für ein kleines Picknick am See kaufen oder so…“. Ähm ja, ich esse eben gerne und ein solcher Gedanke wäre sehr schlau von meinem Mann gewesen. Also dachte ich, vielleicht hatte er so einen schlauen Gedanken, da er mich ja gut kennt und das deshalb denken könnte… ja genau, so dachte ich mir das. Jo- da hatte ich aber falsch gedacht. ;-)

Aber gut- zurück zum eigentlichen Thema. Ich stieg also aus dem Auto. Wie wir schon wissen mit vielen Gedanken rund ums Essen beschäftigt und war gleichzeitig ziemlich verwirrt, was ich denn nun da sollte. Ich checkte überhaupt nicht, dass wir am Bahnhof waren. Und ich meine- ich rede hier vom Münchner Hauptbahnhof, den kann man eigentlich nicht so leicht übersehen! Nun gut, ich ganz offensichtlich schon, denn mir war immer noch nicht klar, was mein Mann eigentlich von mir wollte.

Endlich kam die Erklärung: „Prisca- wo sind wir hier? Am Bahnhof! Und nun gehst du da mal rein zu Gleis 11 und schaust was passiert…“ OOOHHHH, AAAHHHH“, so langsam dämmerte es mir. „Eine Überraschung. Uiuiuiui eine Überraschung, ich glaube da wartet vielleicht eine Überraschung“. Also setzte ich mich in Bewegung und zwar pronto, denn ich liebe Überraschungen! Sofort spürte ich dieses Kribbeln wie früher an Weihnachten. Wenn ich wusste, dass hinter der Wohnzimmertür wunderschöne Dinge auf mich warten und ich aufgeregt und vorfreudig zugleich war. Genauso fühlte ich mich jetzt, während ich in Richtung des Gleises lief. Der Zug war noch nicht da und ich verbot mir selbst auf der Anzeigetafel nachzuschauen, woher er kam. Ich wollte die Vorfreude noch so lange wie möglich auskosten. Als der Zug dann einfuhr verrenkte ich mir aber doch den Hals: Wo, wer, wie, was würde ich entdecken???

Und dann stand sie da. Vor mir, mit einer goldenen Schleife um den Kopf und sagte: „Hallo, ich bin dein Geschenk.“ Anna! Meine Freundin Anna. Ich hatte Tränen in den Augen und war so dankbar, so unglaublich tief dankbar. Für diese beiden Menschen in meinem Leben: Meinen unglaublichen Mann und meine wunderbare Freundin.

Ja- verdammt nochmal, das Leben ist ein Geschenk ❤️

Mit Anna am Starnberger See. Auch ohne goldene Schleife ein Geschenk.

 

2.2. Selbstständigkeit: Was ein krasses Abenteuer

Seit dem 1.März 2021 ist es offiziell: Ich bin selbstständig. Nicht mehr nebenberuflich wie vorher, sondern zu 100%. Der Schritt in die komplette berufliche Selbstständigkeit, war für mich jedoch kein Schritt, sondern vielmehr ein Sprung. Alter Falter, holly shit- ehrlicherweise habe ich mich selbst damit überrascht! Denn es geschah zu einem Zeitpunkt, als ganz vieles noch am reifen und entstehen war. Ich bin also gesprungen, ohne alles zig mal durchdacht zu haben (Kurzer Hinweis: Im Durchdenken bin ich ganz groß! Extra große Sonderklasse sogar. Erinnerst du dich an meinen inneren Gedankenmonolog rund um ein mögliches Picknick an meinem Geburtstag? Yes, that’s me. Meine Gedanken sind fleißige Bienchen und quasi immer im Einsatz ;-).

Zu kündigen ohne alles durchgeplant zu haben, war für mich bei einer Entscheidung von dieser Tragweite, also völlig untypisch.

Ich höre mich noch selbst innerlich kommentieren: „Prisca, du bist ’n crazy Freak. Was bitte machst du da???“ Joah- so genau wusste ich es auch nicht, aber ich wusste- die Zeit war reif dafür! Überreif. Denn wenn du etwas willst, musst du irgendwann springen, egal was du denkst, wie kalt das Wasser möglicherweise sein könnte, in das du da springst. Denn auch hier gilt: Es sind zunächst ja erstmal nur deine Annahmen und Gedanken. Wie es ist, kannst du nur rausfinden, wenn du springst und verdammt nochmal anfängst zu schwimmen!

Also bin ich gesprungen und habe angefangen zu schwimmen…

Und was kann ich sagen? Ich liebe das Wasser! Ich bin unterwegs auf einer riesengroßen Entdeckungs- und Erkundungstour und ich möchte immer weiter schwimmen, da ich kaum glauben kann WAS ES DA NICHT ALLES GIBT!!!! Was für Möglichkeiten… Krass, und dabei bin ich doch gerade erst los geschwommen! Wahnsinn, wie geil.

Die Website geht online. Verdammte Hacke WIE GEIL!

 

2.3. Apropos Selbstständigkeit: Niemand muss alleine Schwimmen

Apropos Selbstständigkeit- ein wichtiger Aspekt bei der Sache: Ich bin selbst gesprungen, ja ICH musste springen- das kann einem nichts und niemand abnehmen.

ABER: Ich muss nicht alleine schwimmen!

Was ne krasse Erkenntnis für mich! Früher habe ich mir die Selbstständigkeit nämlich immer ziemlich einsam vorgestellt. Ich dachte, das könnte die Konsequenz daraus sein, wenn ich keine direkten Kolleg:innen mehr hätte, kein Teil eines Teams mehr wäre. Tatsächlich war diese Befürchtung auch ein Aspekt, der mich hat zögern lassen. Die Angst, mich dann irgendwie einsam zu fühlen, wenn ich Selbstständige bin. Was ich 2021 jedoch lernen durfte: Weit gefehlt!

Einen ganz großen Anteil daran haben tolle Frauen, die ich bei verschiedenen Kursen und Online-Formaten kennenlernen konnte. Daraus sind Verbindungen entstanden, die ich nicht mehr missen möchte. Diese Frauen inspirieren und motivieren mich, sie feuern an oder halten mich, wenn es gerade holpert. Es sind ganz verschiedene Frauen, die eines verbindet: Herz und Mut.

Und Herz und Mut- das tut gut!!!!

Danke an euch*

Claudia Kamprolf    Mel Bohnenberger   Yvonne Welser   Solveig Kankaa/Online-Kinderärztin   Kami  Annika Klaus  Judith Oesterle  Salome Trompisch  Sabrina Paulino  Veronika Haug   Katharina Eirich  Regina Schmitt

Ganz klar: Wer arbeitet, muss auch tanzen! Und essen.

 

2.4. Freundinnen-Zeit: Oh ja, in der XL-Variante bitte!

Für 2021 hatte ich mir ganz fest vorgenommen wieder mehr Zeit mit meinen Freundinnen zu verbringen. Mir bewusst Zeit zu nehmen, für wunderbare Frauen, die mein Leben so viel reicher machen. Und was soll ich sagen, es ist geglückt!

Denn mal ehrlich- wie leicht geht es doch unter im Alltag, OBWOHL es wichtig ist. Wie leicht kann dieser Wunsch zermahlen werden, von den sich ewig drehenden Alltagsmühlen, die ich noch herausfordernder empfinde, seitdem wir Kinder haben. Die Balance zu finden für vier Menschen mit teils verschiedenen Wünschen und Bedürfnissen ist ein wahres Kunststück. Bloody hell- ich hab’s mir einfacher vorgestellt! Wo bist du nur hin, du süße, naive Vorstellung vom eigenen Familienleben? ;-)

Meine Realität sah da irgendwie anders aus. Gerade in den Anfangsjahren ist es mir nicht gelungen, mir soviel Zeit für Freundschaften zu nehmen, wie ich es mir gewünscht habe. Besonders, da viele meiner Freundinnen komplett über Deutschland verstreut leben und zum Teil hunderte km zwischen uns liegen. Umso schöner, dass sich das 2021 geändert hat:

Gleich im Frühjahr hat uns Missi mit ihrem ältesten Sohn für’s Wochenende besucht. Bemerkenswert, weil sie über 600km entfernt wohnt und trotzdem die vielen, vielen Stunden gefahren ist. Normalerweise ist das schon ne krasse Strecke nur für ein Wochenende. Aber sie hat einfach auf das „normalerweise“ geschissen, hat sich ins Auto gesetzt und ist vorbeigekommen. Ziemlich spontan und unglaublich großartig das Ganze! Mit einer engen Freundin ein „normales“ Wochenende zu verbringen, das allein durch ihre Anwesenheit zu einem ganz besonderen Wochenende geworden ist. Dabei sind wir beide so auf den Geschmack gekommen, dass wir Ende Juni zu Wiederholungstäterinnen wurden ;-) Dieses Mal bin ich mit dem Zug zu ihr gefahren. Ganz ohne Kids, einfach wir beide, ein Sommerwochenende mit spätem Frühstück, Radfahren an den See, faul sein und quatschen bis zum umfallen. Umfallen auf die sonnenwarme Picknickdecke am See wohl gemerkt. Hach…so schön!

Sommer, Sonne, Sonnenschein und wir genießen es!

Ein anderes tolles Sommerwochenende durfte ich mit Tina erleben. Wir kennen uns durch unseren Job in der VIP-Lounge während der Fußball-WM 2006 im Frankfurter Stadion. Lustige Geschichte! Zunächst entstand daraus ein lockerer Kontakt, wir hörten oder sahen uns mit großen Abständen. Aber in den letzten Jahren hat es sich total intensiviert und zwar so sehr, dass wir gerne gemeinsam wegfahren wollten. Also haben wir das 2021 einfach getan und sind zusammen in Bamberg gewesen. Hach und wir haben uns beide ein wenig in dieses Fleckchen Erde verliebt. Schon mal was von der Bamberger Gärtnerstadt gehört? Eine ganz eigene Form des urbanen Gartenbaus, bei der die mittelalterliche Struktur der Hausgärten teils erhalten geblieben ist. Richtig toll!

Tina und ich streifen durch Bamberg.

Kräutergarten ganz nach meinem Geschmack.

Zuvor im April habe ich Anna (ja, die mit der goldenen Schleife) für einige Tage in Göttingen besucht. Ich durfte mich ein bei ihr „einigeln“ und mich mit Fragen rund um meine Selbstständigkeit befassen: Wie will ich mich ausrichten? Was möchte ich genau tun? Wie möchte ich das weiterentwickeln? Oh war das schön!

Anna hat mich einfach sein lassen, mir Ruhe, Raum und schlaue Gedanken geschenkt. Wir haben zusammen gekocht, waren spazieren. Waren jede für sich und beide gemeinsam. Was ich total genossen habe!

Anna und ich sind nun seit einem viertel Jahrhundert enge Freundinnen. Hey- wie unglaublich klingt das bitte? In so einer langen Zeit gab es natürlich auch Abschnitte, in denen wir an sehr verschiedenen Punkten in unserem Leben standen. In denen unser Alltag kaum unterschiedlicher hätte sein können. Wir uns mit Dingen beschäftigt habe, die für die Andere gar nicht relevant waren. Und dass unserer Freundschaft all das trägt empfinde ich als ein ganz, ganz großes Geschenk.

Meine Zeit in GÖ bei Anna- auf den Punkt gebracht.

Im Herbst bin ich zusammen mit Caro in den Bayerischen Wald gefahren. Auch eine eher spontane Aktion. Caro und ich sind uns beim Reisen in Malaysia über den Weg gelaufen  Was als Reisebegleitschaft begann, durfte über all die Jahre zu einer Freundschaft erwachsen. Das wunderbare mit Caro: Wir können zusammen total albern sein. Zwei hirnverbrannte Grazien, die Blödsinn machen und sich vor Lachen wegschmeißen. I LOVE IT! So großartig!

Lass uns dämlich aussehen. Alles klar, kriegen wir hin!

Während des Schreibens des Jahresrückblicks 2021 merke ich immer wieder, welch schöne Momente mit tollen Menschen in diesem Jahr liegen. Denn es waren ja nicht nur die Wochenenden, sondern auch viele andere große und kleine Begegnungen mit Freundinnen, Familie, Bekannten und Fremden. Und das macht das Leben bunt. Ihr macht mein Leben schön- DANKE dafür!

2.5. Warum ich nicht alles selbst machen muss

Lange Zeit habe ich probiert, alles alleine auf die Kette zu kriegen. Alles zu schaffen, alles zu können. Ich fand das ziemlich cool, denn ich dachte mir:  „Echt super, dass ich immer alles selbst machen kann.“ Soweit so gut. Den Teil finde ich sogar noch immer ziemlich cool. Denn er erlaubt mir, Sachen einfach auszuprobieren und es gibt wenig, dass ich mir grundsätzlich nicht zutrauen würde. Oder das ich nicht zumindest mal versuchen würde.

Da gab es aber noch einen anderen Teil des Ganzen. Den Teil, der etwas mit dem Preis zu tun hat, den ich dafür zahlte, dass ich mir permanent abverlangte, alles alleine hinzubekommen: Es war verdammt anstrengend!!! Und spätestens mit 2 Kindern auch schlicht zu viel. Viel zu viel. Es brauchte so viel Kraft. Und immer öfter kam mir der Gedanke: „Wieso ist das alles nur so verdammt anstrengend?“

Im Nachhinein betrachtet: Kein Wunder! Von sich selbst zu fordern, alles selbst zu machen IST anstrengend. Es ist ZU VIEL. 2021 wollte ich das nicht mehr!  Und wie heißt es so richtig:

Wenn du etwas ÄNDERN willst, musst du es ANDERS MACHEN.

Und das wollte ich auf jeden Fall. Vor allem für die Selbstständigkeit. Also habe ich mir Unterstützung geholt, mich vernetzt, gelernt, mir zeigen lassen (statt zeitintensiv alles selbst rauszufinden), abgegeben.

Ein krasser Mindset Shift: #gemeinsamistbesseralseinsam und ein großartiges Gefühl!

Und was auf diesem gemeinsamen Weg nicht alles möglich wurde. Fast ein bisschen wie Magie- das Wunder der Verbundenheit!

2.6. Words, words, words: Die Magie von Worten

Und wo wir gerade von Magie sprechen, möchte ich unbedingt noch von einer ganz großen Liebe erzählen: Worte und Sprache! Sie faszinieren mich schon immer und üben einen ganz eigenen Sog auf mich aus. Ab dem Zeitpunkt, als ich lesen konnte, habe ich Bücher verschlungen. Um einzutauchen in Geschichten. Mitgerissen von den Worten und gebannt von der Kraft der Sprache. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich einmal mit meinen Eltern in den Urlaub nach Frankreich fuhr und mein Vater das Gesicht verzog, als er meinen Koffer ins Auto wuchtete. Dieser war zur Hälfte voll mit Büchern und irre schwer! „Was hast du denn vor?“ lautete seine entsetzte Frage. „Na ist doch ganz klar: Lesen bis der Arzt kommt!“

Bis heute erscheint es mir wie Magie, wenn mich Worte beim lesen tief im Inneren berühren. Diese Berührung, diese tiefe Berührung, lässt bei mir eine innere Brücke entstehen und ermöglicht eine Verbindung, die unglaublich sein kann. Sei es, weil ich durch das Gelesene auf einmal Antworten finden kann auf meine Fragen. Oder weil ich merke: Da hat jemand etwas in Worte gefasst, dass ich genauso auch schon länger denke oder fühle.

Etwas, das in diesem Zusammenhang 2021 für mich besonders wichtig geworden ist, war ein Kurs, den ich gebucht hatte. Denn dieser Kurs hat ENDLICH das Schreiben wieder zu mir zurück gebracht! Alles fing zunächst recht unscheinbar damit an, dass ich die Texte für meine Website unbedingt selbst schreiben wollte, statt sie von einer Agentur erstellen zulassen. Dank eines heißen Tipps von Anna landete ich in dem Kurs „Abrakadabra… Ausgebucht!“ von der wunderbaren Miriam Risse. Ja- und dieser Kurs hat Zauberhaftes in mir ermöglicht:

Er hat mich meine Stimme wiederfinden lassen! Und herrje- war die eingeschlafen gewesen! Dornröschenschlaf vom Feinsten quasi: Zwar nie wirklich weg, aber doch tief und fest am schlafen.

Aber wie wundervoll das Erwachen war. Welch ein Befreiungsschlag!

Auf einmal hatte ich selbst wieder einen ganz anderen Zugang zu dem, was mich bewegte. Und nun konnte es raus. Worte konnten entstehen, zu meinen Worten werden. Immer mehr. Mit jedem Satz den ich tippte oder schrieb, wurde meine Stimme wacher und gewann an Kraft.

Und nun sitze ich hier, lasse Worte für meinen Jahresrückblick 2021 fließen (ein RIESEN DANKE auch an Judith alias Sympatexter und ihre großartige Aktion #jahresrückblog21!), der gleichzeitig auch mein erster Blogartikel werden wird und es macht mich glücklich. Einfach tief glücklich. Ja, Worte können magisch sein!

Uiuiuiii, hier passiert Schreib-Magie.

 

2.7. My choice: Vertrauen

Dass der Schritt in die Selbstständigkeit für mich ein Mutsprung gewesen ist, habe ich ja schon geschrieben. Und natürlich habe ich im Vorfeld auch von Anderen gehört oder gelesen, die sich selbstständig gemacht haben. Häufig gingen die Geschichten ungefähr so: „Anfangs hatte ich krass viele Bedenken, dann habe ich es aber trotzdem gemacht und danach kam so ein irres Hochgefühl…“.

Is ja klar, dass ich mir das innerlich so ähnlich auch für mich ausmalte. Zumal ich den Teil mit „vorher krass viele Bedenken haben“, ja auch bereits mustermäßig über längere Zeit erfüllt hatte.

Also machte ich mich, nachdem ich schriftlich gekündigt hatte, bereit für das jauchzende Hochgefühl. Aber… es kam nicht!

Erleichtert, ja das war ich irgendwie schon. Aber dieses euphorische Gefühl, von dem ich so oft gelesen hatte, das ließ sich nicht blicken. Ich war irritiert. Was jetzt? Ich war doch gesprungen, hatte mich getraut. Und nun?

Was stattdessen passierte, im Februar kurz bevor die Kündigung wirksam wurde: Ich bekam Angst, richtig dolle Angst. Für zwei Tage ist es total durchgegangen mit mir.

Ein lauter, tönender Chor aus:

„Was hast du dir dabei nur gedacht? Bist du verrückt? Die Kolleginnen sind doch super, warum machst du das? Ausgerechnet du als Frau, hallo Altersarmut- noch nie was davon gehört? Was ist, wenn du so richtig auf die Schnauze fliegst? Du spinnst doch“…

Es gab einen Moment unter der Dusche, da hat mich die blanke Panik ergriffen. In diesem Moment habe ich mich entschieden: Ich habe geatmet, ein und aus. Ich habe die Angst toben lassen, weil ich wusste, dass es dieser Teil von mir gebraucht hat. Er musste toben, warnen, hinterfragen, mahnen. Ich habe weiter geatmet und versucht trotzdem mit mir in Verbindung zu bleiben. Irgendwie, so gut wie ich es eben konnte.

Nach zwei Tagen fühlte ich mich total durchgenudelt von all dem Getose in mir.  Als eine Frage auftauchte, eine simple Frage:

„Prisca- was WILLST du?

Willst du mit der Angst gehen oder willst du Vertrauen schenken?“ Da konnte ich es plötzlich spüren: „JA, ICH WILL VERTRAUEN SCHENKEN, denn das Leben meint es gut mit mir.“

Danach war Ruhe, wo vorher der Sturm getobt hatte. Und ich wusste: Jetzt war ich wirklich bereit. Bereit all-in zu gehen für mich und meinen Weg!

3 Tage bis zur Veröffentlichung der Website- und ich weiß es wird gut werden!

 

2.8. Wie ich unter einer Linde mein Herz für’s „Vagabundieren“ wiederfand

Im Sommer habe ich mit den Kids unsere Familie in Hessen besucht. Dann war die Zeit gekommen uns wieder auf den Rückweg Richtung München zu machen. Wir fuhren mit dem Auto auf Landstraßen durch Hessen. Wir cuisten durch den Vogelsberg und die Rhön bei Sonnenschein an einem Sonntag, herrlich!

Pünktlich zur Mittagszeit bekamen wir Hunger und hielten Ausblick nach einem netten Plätzchen. Wir fuhren bis wir in einem Ort unter einer hohen Linde einen Picknick-Tisch entdeckten. Oh ja- viel besser als jeder Rastplatz. Also parkte ich das Auto, die Kids hüpften raus und entdeckten sogleich eine kleine Mauer, auf der sie balancieren konnten.

Ich holte in Ruhe den Proviant aus dem Kofferraum, setzte mich auf die Bank und merkte auf einmal, dass ich total glücklich war. Glücklich, weil ich spürte, wie schön es war, mit den Beiden unterwegs zu sein. Einfach nur unterwegs zu sein.

Es gab dort an diesem Ort für uns kein spezielles Ziel, keine besondere Sehenswürdigkeit, kein Programm, kein nix. Wir sind nicht extra dort hingefahren, weil wir uns irgend etwas anschauen wollten.

Nein, wir sind dort einfach „gelandet“. Wir hatten einen Tisch und Bänke entdeckt, unter einer Linde, an irgendeinem Ort in Deutschland.

Und genau dort, an diesem Ort waren wir drei- wie haben gegessen, gelacht und sind auf einer kleinen Mauer balanciert. Wir waren so gelöst, alle drei. WUNDERschön…

Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, was dies für ein wichtiger Moment für mich werden sollte! Das erkannte ich ein paar Wochen später, als ich dabei war, ein Fotoalbum von unserem Sommer zu erstellen.

Nachdem die Fotos unseres Kroatienurlaubs schon eingefügt waren, schaute ich, welche ich noch mit reinnehmen wollte. Und schwupps, hatte ich es auf einmal vor mir: Das Bild von uns beim Picknicken unter der Linde. Und sofort konnte ich es wieder spüren: Was das für ein schöner, schöner, schöööner Moment gewesen ist. Ein Moment mit so viel Leichtigkeit und mit ganz viel SEIN.

Deshalb war klar: Dieses Foto musste in das Album. Und nicht nur das – es gehörte sogar ganz nach vorne, als eines von 4 Bildern auf das Titelbild. Es ist zwar kein besonders schönes Foto, aber es ist echt. So verdammt echt und steht für mich für einen der schönsten Momente aus 2021!

Die Linde, unter der ich mein Herz für’s Vagabundieren wiederfand.

Mich hat es daran erinnert, wie ich früher im Sommer mit meiner Mama unterwegs gewesen bin. Wie wir einfach mit dem Auto losgezogen und durch Holland gefahren sind. Mit einem Iglu-Zelt und einer Kochkiste im Kofferraum unseres Passats. Und zwar genau dahin, wonach uns die Nase stand. Wie wir dort übernachtet haben, wo wir gerade sein wollten. Das habe ich so in der Form lange nicht mehr getan…

Dieser Moment unter der Linde hat mich im Nachgang wieder mit etwas in mir verbunden, was zu lange brach gelegen hat: Nämlich wie sehr ich es genieße, einfach unterwegs zu sein! Ohne Firlefanz und Schnickschnack. Unterwegs an „normalen“ Orten, an Alltags-Orten und mich treiben zu lassen.

Für mich ist daraus auch ein tiefer Wunsch entstanden, nächstes Jahr im Sommer wieder aufzubrechen. Mit den Kindern ins Auto zu steigen und einfach los zu fahren. Oh süßes 2022- ich bin gespannt!

2.9. Dream is care

Eigentlich habe ich das schon immer so gesehen: Dream is care. Mir war es wichtig zu träumen, nach den Sternen zugreifen, ein wenig ver-rückt zu sein, auszuprobieren, kennenzulernen und meine Neugierde zu pflegen.

Jaaa… eigentlich. Denn irgendwie ist mir das zwischendurch abhanden gekommen. Wann und wo? Gute Frage. Ich glaube beim „alles richtig machen wollen“.

Ich dachte ne Zeit lang „Ja, so geht das dann eben, als Erwachsene. Da ist es wichtig, alles richtig machen zu wollen, um Verantwortung übernehmen zu können. Erst recht mit Kindern.“ Und vor lauter richtig machen wollen, ist mir das Träumen abhanden gekommen. Nein- nicht ganz. Es war nie weg, es war nur verdammt, verdammt klein. Und ganz schön vernachlässigt. So ähnlich wie bei meiner Stimme.

Jetzt kommt die gute Nachricht: Ich habe es wieder gefunden. Und inzwischen ist es wieder schön groß. Und tapfer. Und strahlend. Einfach WUNDERSCHÖN!

Das hat sicher etwas damit zu tun, dass ich das Träumen 2021 richtig gut gepflegt habe. Gepflegt auf viele verschiedene Weisen, zum Beispiel indem ich

  • frei umher gestreift bin
  • mir erlaubt habe, meine Stimme zu hören
  • für mich eingestanden bin
  • viel Zeit mit tollen Menschen verbracht habe
  • mich verbunden habe- mit mir und mit anderen
  • mir Inspiration geholt habe
  • mich beruflich selbstständig gemacht habe
  • Zeit ganz alleine verbracht habe
  • mehr gefühlt und ein bisschen weniger gedacht habe
  • Ängste losgelassen habe
  • regelmäßig meditiert habe
  • draußen in der Natur war und
  • dankbar war… tief dankbar, dafür, dass ich leben darf!

Oh ja! Ich habe das Träumen gepflegt. Und das will ich 2022 weiter so tun.


 

3. Was sonst noch so los war in 2021- ein kleiner Auszug der „Pflegemomente“

Oh wie schön ist Istrien. Familienurlaub in der Nähe von Labin.

Für meinen Mann zum Geburtstag: Das erste Live Konzert seit langer Zeit mit Stray Colors.

Das Pizza W-Lan, eine offizielle Erfindung unseres Sohnes.

Run girl run- ohne geht’s nicht! Egal bei welchem Wetter.

Relax- und zwar sowas von! Auszeit mit meinem Traummann.

Dazu eine Runde Yoga, ob groß oder klein, ist auch sehr fein.

Der Beweis: der Bloggerinnen-Knödel auf dem Kopf sitzt (alias High-Bun). Ich kann also definitiv auch einen Blogartikel schreiben ;-)


 

4. Mein Ausblick: Das wartet 2022 auf mich

  • Unterwegs zu sein: Alleine oder mit meinen Lieben ins Auto steigen und einfach losfahren.
  • Regelmäßig zu schreiben. Der gute Plan lässt grüßen ;-)
  • Die Verbundenheit weiter zu pflegen: Zu anderen, zu mir selbst & zur Natur.
  • Mein Business voranbringen und geile Sachen auf die Beine stellen.
  • Tanzen in der Schüttel-Wackel-Rumspack-Variante. Oh Yeahhhh!
  • Zu träumen UND zu machen. Denn: „Wer macht, hat Macht“. Wie recht du hast liebe Miriam!

Und deshalb muss mein Motto für 2022 ganz einfach lauten: GO FOR IT! I take action on my dreams!

Oh 2022- ich bin gespannt und sowas von am Start!